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Luxemburg, von Echternach nach Junglinster

Nach der Tour über die Oosterschelde in den Niederlanden ging es weiter nach Luxemburg, genauer gesagt nach Echternach, um ein Stück des insgesamt ca. 2000 km langen Europaradfernweges der von Amsterdam bis an die Adria führt, zu skaten. Da Echternach über einen sehr schön angelegten See verfügt, habe ich ihn mit in meine Tour integriert. Am See sind gleich drei größere, kostenfreie Parkplätze angelegt, die alle direkt an den Seeradweg angeschlossen sind.
   
Nachdem der See umrundet ist, folgt man der Piste cyclable d‘ Echternach (PC2), welche auf der ehemahligen Bahntrasse, der „Charly“ Schmalspurbahn von Luxemburg nach Echternach verläuft. Die Schmalspurbahn war hier von 1904- 1954 in Betrieb.
Der Radweg geht nun erst einmal stetig bergauf. Hat man Echternach hinter sich gelassen, muss man die N11 queren. Danach geht es, zwar abgesichert durch Leitplanken etc., an der N11 entlang.
 
Man muss noch ein Stück bis hinter Lauterbur der N11 folgen. Leider ist das gesamte Stück an der N11 nur mit einem einseitigem Radweg versehen. Wenn Gegenverkehr kommt, oder Radfahrer überholen wollen, wird es etwas eng. Hinzu kommen auf dem Stück hinter Leuterbur noch Gulligitter, die den Radweg in regelmäßigen Abständen zieren. Hat man diese Passage hinter sich, biegt der Radweg nach rechts in den Wald ab und man hat Natur pur.
Die Strecke verläuft weiterhin ansteigend. Irgendwann kommt eine Kreuzung an der man wenig später auf ein Relikt aus alten Tagen stößt, dem Bahnhaltehäuschen Kalkesbach, wo sich außerdem eine Informationstafel über die alte Schmalspurbahn befindet.
 
Die Strecke schlängelt sich weiterhin bergauf und man nähert sich dem Canyon- heißt wirklich so. Hier hat man die Strecke durch den Sandsteinfelsen geführt, leider ist genau dieses Bild nichts geworden, aber dafür das Bild ein Stück weiter vorn.
Erholung hat man weiter keine, es geht immer noch bergan, …
… aber kurz hinter Consdorf hat man den höchsten Punkt der Strecke nach ca. 12 km geschafft. Jetzt geht es mal kurz etwas steiler bergab, aber nur bis zur Unterführung, danach fast die selbe Steigung wieder hoch und dann geht es ganz entspannt bergab, bis auf die ein oder andere kleine Anhöhe.
   
Nach weiteren ca. 2,5 km kommt der Bahnhof von Bech in Sicht. Kurz vor dem Bahnhof wechselt der Belag für ca. 200 m von Asphalt auf Betonplatten, sie ließen sich aber gut befahren.
Nach nochmals ca. 200 m kommt ganz unscheinbar der Tunnel von Bech.
 
Drinnen angekommen, will man gar nicht mehr raus, so hell, trocken, kühl und einfach nur schön! Er hätte ruhig noch länger sein können.
Dann zog wieder wunderschöne Landschaft an einem vorbei.
 
In Beidweiler konnte man sich entscheiden, ob man auf dem schmalen Radweg fahren wollte, oder auf die Straße wechselt. Da dort so gut wie kein Auto fuhr, zog ich es vor, auf die Straße zu wechseln, denn auf dem Radweg konnte man nur im Doppelstock schieben, so schmal ist er.
Danach ging es wieder etwas stetiger bergauf, aber mit tollen Ausblicken, wo dann auch mal eine kleine Pause Pflicht war. Lächelnd
 
Es ging noch ein Stück weiter bergauf, …
 
… danach wurde das Geläuf etwas kupierter, mit flacheren Abschnitten drin und wenig später säumten  sogar in regelmäßigen Abständen Holzskulpturen den Weg.
   
Kurz vor meinem Wendepunkt ging es noch einmal etwas steiler bergab, dann war mein Wendepunkt erreicht. Eigentlich wollte ich noch bis Ernster fahren, aber dazu hätte ich auf der für meinen Geschmack zu stark befahrenen CR132 fahren müssen. Ein wenig hänge ich doch an meinem Leben! Somit lag mein Wendepunkt an der nationalen Gedenkstätte für Verkehrsopfer- Ironie??? Nein.
Ich zitiere zur Erklärung der Gedenkstätte mal den Text der Informationstafel:
 
Die nationale Gedenkstätte für Verkehrsopfer wurde von der Association nationale des Victimes de la Route AVR initiiert. Sie entstand in den Jahren 2007 bis 2012 als Gemeinschaftsprojekt der AVR, der Gemeinde Junglinster, der Straßenbauverwaltung, der Natur- und Forstverwaltung Triage de Junglinster sowie der Vereinigung natur&umwelt. Geplant wurde sie vom Architekten Jim Clemens.
 
- Im Eingangsbereich liegt die eigentliche Gedenkstätte.
Zentral gelegen eignet sie sich für Zeremonien. Von dieser Stelle aus ist die Aussicht von außergewöhnlicher Schönheit und Weite.
 
- Die Gedenkstätte und die Meditationsstätte sind durch einen 200 m langen, virtuellen Weg verbunden, dem „Lebensweg“.
 
- Die Meditationsskulptur steht am tiefsten Punkt des Areals. Sie besteht aus 9 Stehlen, geschaffen vom Künstler Nico Thurm. Je nach Tages- und Jahreszeit beeinflussen die Stelen Licht und Schatten. Die Stelen geben dem Menschen Halt und lassen trotz allem den Blick nach oben frei. Dieser Ort soll inspirieren um äussere und innere Ruhe zu suchen und zu finden.
 
- Die Wald-Gedenkstätte deckt eine Fläche von 20 ar und besteht aus 200 Buchen, welche in der Baumschule vom Förster der Gemeinde Junglinster großgezogen wurden. Hier auf der Anhöhe bildet der Wald eine Einheit mit den großen Bäumen auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Er gestaltet den Übergang zwischen dem ökologischen Parken und der offenen Landschaft mit dem Denkmal am Ende des „Lebensweges“.
 
- Die 27 Walnussbäume, Symbol der Kraft und des Mutes bei den Kelten, umgeben die Parkplätze. Sie stehen für die 27 Länder der Europäischen Union. Kollisionen und Unfälle im Straßenverkehr sind ein weltweites Problem, das nach Solidarität und grenzüberschreitenden Lösungsinitiativen verlangt.
 
- Die Bepflanzung aus Bäumen und Sträuchern ist im Einklang mit der bestehenden Topographie, Flora und Fauna.
 
- Die Gedenkstätte richtet sich an alle Verkehrsopfer und ihre Familien. Nicht nur den tödlich Verunglückten und ihren Angehörigen soll hier gedacht werden, sondern auch allen Verletzten. Die AVR hofft, dass die Stätte auch ein Mahnmal ist, das alle Verkehrsbeteiligten zur Verantwortung anregt.
Diese Stätte wurde am 22. September 2012 im Beisein von politischen Autoritäten und Vertretern der Fédération Européenne des Victimes de la Route FEVR eingeweiht.
   
Nachdem ich die Gedenkstätte auf mich wirken lassen habe, ging es gemütlich auf den Rückweg.
Da die Anstiege nun nicht mehr so lang und so viele waren, ist man deutlich schneller unterwegs und so war Echternach recht schnell erreicht.
Da die 30° C mittlerweile erreicht waren, wollte man den Tunnel bei Bech nur ungern verlassen, aber die Strecke verfügt über sehr viele schattige Abschnitte, von daher war es trotz allem sehr angenehm dort zu fahren. Die Strecke selbst hat mir sehr gut gefallen, sie war sehr abwechslungsreich und bot immer mal wieder sehr schöne Ausblicke in die Landschaft. Die Strecke wird recht viel von Rennradfahrern genutzt, die dann auch schon mal mit ordentlichem Tempo die Abfahrten hinunter geschossen kommen, also immer schön rechts fahren, denn die Strecke ist oft nicht weit einsehbar. Weitere Vorsicht ist bei den ggf. feuchten Stellen in den schattigen Abschnitten geboten, hier ist es teilweise sehr rutschig, obwohl es "nur" feucht ist.
                     
Hier die Strecke bei GPSies.